Nabelschnurblut

Konservierung von Nabelschnurblut


Schwangere mit Kind

Spende von Nabelschnurblut in das Stammzellregister

Zum einen gibt es die Möglichkeit Nabelschnurblut als Spende in das Stammzellregister abzugeben. Diese Spenden dienen dazu, einen Pool an Stammzellenpräparaten aufzustellen. Im Bedarfsfall können Hämatologen oder Onkologen jederzeit darauf zugreifen. Durch das spezielle Verfahren der Kryokonservierung ist es außerdem möglich, Stammzellen für Patienten mit relativ selten vorkommender genetischer Ausstattung oder gemischter ethnischer Herkunft zu finden und die Spendersuche im Bedarfsfall so zu vermindern. Eine Spende ist jederzeit kostenfrei, da sie durch Spendengelder oder Abgabegebühren von Krankenkassen finanziert werden.

Aktuelle Stammzellregister

In Deutschland können Nabelschnurblutspenden in den Stammzellregister in Mannheim, Freiburg, Erlangen, Dresden, Düsseldorf, München und Hannover abgegeben werden. In der Schweiz sind die Kliniken in Bern, Liestal, Genf, Basel und Lugano zuständig.

Stammzellen von Verwandten

Weiterhin sind Stammzellen von nahen Verwandten, hauptsächlich von Geschwistern, bei Übereinstimmung der Gewebeverträglichkeit besonders gut zur Transplantation geeignet. Hier wird das Nabelschnurblut bei bereits bestehender Erkrankung zielgerichtet zur späteren Behandlung des Patienten gewonnen und aufbereitet. Auch diese Spendenform ist völlig kostenfrei und wird von Stammzellregistern und Krankenkassen finanziert.

Private Nabelschnurblutbanken und steigende Zahlen von Transplantationen

Eine Nabelschnurblutspende ist für Familienmitglieder überall möglich, da sie auch von privaten Nabelschnurblutbanken angeboten werden. Diese verzeichnen gerade in den letzten Jahren steigende Zahlen von Transplantationen. So wurden allein in Amerika in der „Cord Blood Registry“ bis Februar 2009 rund 108 Menschen behandelt. Dabei wurde bei etwa 64 Fällen das eigene Nabelschnurblut eingesetzt.

Kontroverse Meinungen

Kontrovers sind die Meinungen bezüglich der Eigenkonservierung von Nabelschnurblut zur privaten Vorsorge. Dabei liegt der hauptsächliche Kritikpunkt in der Tatsache, dass eine Wahrscheinlichkeit, im Kindesalter Stammzellen zu benötigen, deutlich gering ist. Des Weiteren kommt hinzu, dass bei Erkrankungen des Kindes stets zu prüfen ist, ob die Stammzellen bereits die Veranlagerung zur Entwicklung der Krankheit haben. Auch die Nutzung von Nabelschnurblut bei der Therapie von Erkrankungen an Erwachsenen wird momentan von der Bundesärztekammer kritisch begutachtet.

Pluripotente und proliferationfähige Stammzellen im Nabelschnurblut

Doch es gibt noch Hoffnung: Da im Nabelschnurblut auch pluripotente und proliferationfähige Stammzellen zu finden sind, könnten in der Zukunft spezielle Gewebe oder Zellverbände gezüchtet beziehungsweise neue stammzellbasierende Behandlungsformen entwickelt werden. Diese könnten zur Behandlung von schweren Erkrankungen eingesetzt werden.

neugeborenes baby

Kosten der Eigenkonservierung von Nabelschnurblut

Eine Eigenkonservierung von Nabelschnurblut ist aktuell für Eltern kostenpflichtig und kostet in Deutschland laut Angaben privater Nabelschnurblutbanken zwischen 1200 und 2500 Euro. Dieser Betrag beinhaltet eine Lagerdauer von zwanzig Jahren. Nur in seltenen Fällen wurden bisher diese Kosten anteilig von den Krankenkassen erstattet. Eine Eigenkonservierung ist in Deutschland fast flächendeckend möglich. Für Forschungen ist es ebenfalls möglich, Nabelschnurblut zu spenden. Die gewonnenen Stammzellen werden genutzt, um deren Wirkungsweise genauer zu untersuchen und durch diese Untersuchungen neue stammzellbasierte Therapien zur Behandlung von schwerwiegenden Krankheiten entwickeln zu können. Eine Spende für die Stammzellforschung wird von Stammzellregistern, privaten Nabelschnurblutbanken und universitären Einrichtungen angeboten. Auch diese Spende ist kostenfrei, jedoch nicht flächendeckend möglich.

Kontraindikation und Haltbarkeit von Stammzellen aus Nabelschnurblut

Bei der Spende gilt jedoch zu beachten, dass diese nicht möglich ist, wenn die Mutter in den Wochen vor der Geburt Blutprodukte erhalten hat. In Studien wurde des Weiteren festgestellt, dass Nabelschnurblut-Stammzellen mindestens 15 Jahre halten, ohne ihre Vitalität zu verlieren. Dies liegt daran, dass die Lebensprozesse im Zellinneren bei Temperaturen unter -130°C vollständig zum Erliegen kommen. Theoretisch gesehen sind Stammzellen somit unbegrenzt haltbar.